Herrn Bürgermeister Heß
Rathaus

Antrag der Grünen Liste zum Haushalt 2020

Beauftragung eines Fachplanungsbüros zur Erstellung eines Radverkehrskonzepts in / für Gomaringen

Bereitstellung von Mitteln in Höhe von 30.000 € im Haushalt 2020

Begründung:

Klimaschutz ist kein Modethema und kein Luxus, sondern ein für das Überleben zukünftiger Generationen unerlässliches Muss.

Einen wesentlichen kommunalen Beitrag sehen wir darin, auch den innerörtlichen Verkehr in Gomaringen für die Zukunft neu auszurichten. Dabei wird das Verkehrsmittel Fahrrad einen wichtigen Beitrag leisten. Ziel dieses Antrags ist es, das Verkehrsmittel Fahrrad seiner Bedeutung entsprechend zu fördern und auf zukünftige Anforderungen auszurichten, den Radverkehrsanteil im Alltags- und Freizeitverhalten zu erhöhen und die Verkehrssicherheit für Radfahrende zu verbessern.

Die Erstellung eines Radverkehrskonzepts in Gomaringen sehen wir nicht isoliert, sondern in folgenden Zusammenhängen:

  • Wir stehen mitten in der Diskussion um die zukünftige Gestaltung der Ortsmitte in Gomaringen. Gute Erreichbarkeit von Gewebe und Dienstleistungen ist uns wichtig. Dabei aber einseitig auf den Ausbau des innerörtlichen Autoverkehrs zu setzen, geht in die falsche Richtung. Die angedachte Aufstockung des Parkdecks in Gomaringen halten wir deshalb für ein völlig falsches Signal. Im Verzicht darauf sehen wir auch ein großes Einsparpotential für den Gemeindehaushalt. In diesem Zusammenhang weisen wir nochmals darauf hin, dass die Aufstockung des Parkdecks kein isoliertes Ziel darstellen kann. Eine Aufstockung ohne die Erstellung eines Gesamtkonzepts der Verkehrslenkung ist völlig sinnfrei. Zunächst muss auch abgeprüft werden, inwiefern die Erreichbarkeit der Ortsmitte nicht für Umwelt und Menschen angenehmer mit einem innerörtlichen Ringverkehr o.ä. gesichert werden kann.
  • Der höchste Fahrradnutzeranteil liegt in Gomaringen bei den Schülern. Die bestehenden Radwegeverbindungen vor allem zum Höhnisch halten wir für äußerst unzureichend und gefährlich (Stichwort Tübingerstraße / Schillerstraße / Hechingerstraße/ Hinterweilerstraße). Hier gibt es dringenden Handlungsbedarf.
    Seit drei Jahren erarbeiten Schüler im Rahmen der Jugendbeteiligung engagierte Vorschläge zur Verbesserung der Radverkehrssituation. Bislang wurden daraus keine Konsequenzen gezogen. Das muss sich ändern.
  • Die geplante Trasse der Regionalbahn wird eine zunehmende Verdichtung der Verkehrssituation in der Hechinger- und Reutlingerstraße nach sich ziehen. Für diesbezügliche zukünftige Planungen müssen die Belange von Rad- aber auch Fußgängerverkehr entsprechend berücksichtigt werden.

Um all diese Themen sinnvoll und zielführend zusammenzubringen, braucht es die Erstellung eines zukunftsweisenden und nachhaltigen Radverkehrskonzepts. Ein solches soll nach einer Bestandserfassung eine Mängelliste und einen Maßnahmenkatalog mit einer möglichst breiten Einbindung der Bevölkerung erarbeiten.

Einschlägige Büros, zB. das Büro brenner BERNARD ingenieure GmbH, Aalen sind darauf spezialisiert und erstellen auf Gemeinden zugeschnittenne Gutachten.
Kontakt: brenner BERNARD ingenieure GmbH, Rathausplatz 2-8, 73432 Aalen, Telefon 07361 5707-0, vgl. z.B. Musterlösungen: Radschnellverbindungen: Musterloesungen_RSV_BW

Auch das Büro Praxl + Partner aus Filderstadt arbeitet auf diesem Gebiet: https://www.praxl-ing.de/index.php/leistungen/verkehrsplanung/radverkehrsplanung/

Weitere Infos zum Thema sind auf einer Vielzahl von Webseiten zu finden: Eine gute Einstiegsseite zum Thema ist: https://www.fahrradland-bw.de/radverkehr-in-bw/
Dort steht auch folgender Hinweis:

Seit 1. Januar Förderung für Radverkehrsprojekte schon ab 5.000 Euro ...
Das Bundesumweltministerium möchte damit den Kommunen größeren Spielraum geben, ihre Klimaschutzprojekte vor Ort schnell und erfolgreich umzusetzen.
https://www.fahrradland-bw.de/news/news-detail/neue-runde-fuer-die-foerderung-kommunaler-klimaschutzprojekte/vom/10/1/2020/

 

Mit freundlichem Gruß

 

 

 

Gemeinderatsfraktion der Grünen Liste

Petra Rupp-Wiese, Dr. Hartmut Rombach, Susanne Dröge, Dietrich Rebstock

Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen

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